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Wann gilt ein Unfall als Unfall?

Wann gilt ein Unfall als Unfall?

Das Oberlandesgericht Celle hat mit Urteil von 15.01.2009 (Az.: 8 U 131/08) entschieden, daß ein Unfall nicht vorliegt, wenn der Versicherungsnehmer beim Skifahren stürzt, weil ein anderer Skifahrer von oben kommend an ihm vorbeifährt, ihn aber nicht berührt und sich verletzt.

Der Kläger war während seines Skiurlaubs auf seine linke Schulter gefallen und hatte einen Dauerschaden erlitten, als ein anderer, von oben kommender Skifahrer dicht an ihm vorbeifuhr. Er kam wegen des Schrecks zu Fall und verletzte sich.

Ein bloßes Erschrecken und ein unmittelbar darauf beruhender Sturz nur infolge einer ungeschickten Eigenbewegung stellt keinen Unfall dar. Dies ist nicht nur beim Skifahren, sondern bei allen anderen Situationen des täglichen Lebens.

Ist der Sturz auch nicht im Zusammenhang mit einer erhöhten Kraftanstrengung erfolgt, so liegt ebenfalls kein versichertes Ereignis nach dem Unfallbegriff der Allgemeinen Unfallbedingungen vor.

Das Gericht bestätigte die Ablehnung des Unfallversicherer, keine Entschädigung zu zahlen. Nach Ansicht Gerichts und des Versicherers war die Verletzung Folge einer ungeschickten Bewegung und somit nicht als Unfall im Sinne der Unfall-Versicherungsbedingungen zu werten.

Unfallbegriff

Das OLG Celle machte auf den Wortlaut der vorliegenden Versicherungs-Bedingungen noch einmal aufmerksam, in denen es heißt, daß ein Unfall im Sinne der Bedingungen dann vorliegt, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von außen auf seinen Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet.

Es muß grundsätzlich ein Einwirken der Außenwelt (Person oder Sache) in Form eines Zusammenstoßes auf den Körper des Versicherten vorliegen.

Erschrecken mit Folge!

Wäre der Kläger dem anderen Skifahrer bewusst ausgewichen, dabei zu Fall gekommen und hätte sich dann verletzt, so wäre der Fall zu seinen Gunsten entschieden worden.

Das Urteil ist mit einer Reihe von Beispielen zur Definition des Unfallbegriffes gespickt. Die Entscheidung kann auf den Internetseiten des Gerichts im Volltext nachgelesen werden.

Nur einige weitere Gerichtsurteile als Beispiele für Eigenbewegungen und Kraftanstrengungen sind:

  • Umknicken mit dem Fuß beim Aussteigen aus dem Auto (OLG Düsseldorf r+s 99, 296)
  • Umknicken auf normalem Boden (LG Freiburg r+s 2003)
  • Tennisspieler bleibt mit dem Fuß an einer Unebenheit des (Sand)Tennisplatzes hängen (fraglich) (LG Düsseldorf r+s 99, 169)
  • Tennisspieler streckt sich um hohen Ball zurückzuschlagen (LG Berlin r+s 90, 431)
  • Anheben einer Mörtelwanne (BGH r+s 89,166)
  • Anziehen einer bereits festgestellten Bremse (OLG Hamm r+s 87, 56)
  • Stemmen gegen eine kippende Wand (OLG Frankfurt r+s 91, 286)
  • Halten einer Leiter (AG Stuttgart VersR84, 841)
  • Umknicken beim Treppensteigen (LG Köln r+s 90, 136)
  • Anheben eines Baumstamms (LG Karlsruhe VersR88,242)
  • Heben eines Gegenstandes (OLG Frankfurt r+s 91, 286)
  • Anziehen einer Schraube (OLG Karlsruhe r+s 99, 524)
  • Herausreißen eines Strauchs (OLG Hamm r+s 98, 128)

 

Wie kann dies vermieden werden?

Einige wenige Versicherer bieten eine Erweiterung des Unfallbegriffes für Eigenbewegungen an! Wer diesen Versicherungsschutz besitzt, ist dann auch bei einem z.B. durch einen Schreck verursachten Sturz versichert. Sie sollten auch viele weitere wichtige Versicherungsschutz-Erweiterungen für einen guten Versicherungsschutz in Ihrer Police haben, dazu zählen auch die oben erwähnten Kraftanstrengungen.

Weitere Problem-Bereiche sind:

  • Impfschäden
  • Infektionskrankheiten durch Insektenstiche
  • Tauchtypische Gesundheitsschädigungen
  • Alkoholklausel bis
  • Lebensmittelvergiftungen
  • Gesundheitsschädigung durch Gase/Dämpfe
  • Ertrinken/Ersticken
  • Vergiftung bei Kindern
  • Strahlenschäden
  • Rettungsmaßnahmen, die eigenen Unfall zur Folge haben
  • Bewusstseinsstörungen durch Medikamente
  • Psychische Störungen nach einem Unfall,
  • Unfälle infolge von Herzinfarkt bzw. Schlaganfall

Was ist zu tun?

Wir empfehlen den Leistungs-Umfang Ihres Versicherungsschutzes erheblich auszuweiten, damit Sie für Ihren Beitrag auch ordentlich versichert sind - so wie Sie wahrscheinlich glauben bereits versichert zu sein.

Sie sollten handeln! Versichern Sie sich richtig!

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